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Südafrika Teil 1

  • Autorenbild: barbaravanbuerck
    barbaravanbuerck
  • 21. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

Zwischen Wildnis und Wunder


Ankunft in Südafrika – Auf dem Weg nach St. Lucia


Wir werden am Flughafen von Richards Bay abgeholt und nach St. Lucia gefahren. Schon während der Fahrt verändert sich die Landschaft. Die Strassen werden ruhiger, das Grün dichter, die Luft wärmer. Nach und nach lässt man die Anreise hinter sich und spürt: Jetzt beginnt die Reise wirklich.

St. Lucia empfängt uns mit dieser besonderen Mischung aus Küstenort, Wildnis und Abenteuer. Und schon bald wird klar, warum dieser Ort so berühmt ist.

Hier gehören die Flusspferde zur Stadt.



Ankunft in St. Lucia – Die Stadt der Flusspferde

Schon nach wenigen Minuten wissen wir, dass dieser Ort anders ist als viele andere Reiseziele. Warnschilder stehen an jeder Ecke. Nachts, so erfahren wir später, verlassen die Hippos den Fluss und spazieren durch die Strassen auf der Suche nach frischem Gras. Es ist völlig normal, morgens ihre Spuren auf Gehwegen oder in Vorgärten zu entdecken. Für den Naturliebhaber beginnt das Abenteuer hier nicht erst im Nationalpark. Es beginnt direkt vor der Haustür.



Die ersten Tiere schon am Ankunftstag

Viel Zeit zum Ankommen bleibt uns nicht. Bereits am Nachmittag unserer Ankunft steht das erste Abenteuer auf dem Programm: eine Hippo- und Krokodil - Bootstour.

Langsam gleitet das Boot durch das ruhige Wasser, während unser Guide die Umgebung absucht. Schon nach kurzer Zeit tauchen die ersten Flusspferde auf. Einige liegen nahezu regungslos im Wasser, andere heben neugierig ihre massigen Köpfe aus der Oberfläche und gähnen. Doch nicht nur die grossen Tiere machen die Tour zu etwas Besonderem. Überall sind Vögel.

Reiher, Ibisse und sogar ein Adler begleiten uns entlang des Flusses. Besonders begeistert bin ich von den Eisvögeln. Mehrere Arten können wir beobachten, jede mit ihren eigenen Farben und Verhaltensweisen. Mal sitzen sie regungslos auf einem Ast über dem Wasser, mal schiessen sie pfeilschnell über die Oberfläche, oder stürzen sich in die Tiefe um einen Fisch zu fangen.

Schon am ersten Nachmittag zeigt Südafrika seine unglaubliche Vielfalt. Noch bevor die erste Safari begonnen hat, haben wir bereits Flusspferde und eine beeindruckende Vogelwelt erlebt. Ein perfekter Auftakt für die kommenden Tage.




Die ersten Safari-Kilometer

Noch vor Sonnenaufgang brechen wir auf. Die Luft ist kühl, ein leichter Nebel liegt über der Landschaft eine mystische Stimmung, wie ich sie liebe. Die ersten Sonnenstrahlen färben den Himmel orange, während unser Fahrzeug langsam durch die Wildnis rollt. Jeder Busch könnte eine Überraschung bereithalten. Jede Kurve ein neues Motiv. Genau dieses Gefühl macht Safari so besonders.



Hluhluwe-iMfolozi – Im Land der Big Five

Der Hluhluwe-iMfolozi-Park gehört zu den ältesten Schutzgebieten Afrikas. Die Landschaft wechselt ständig. Offene Ebenen gehen in sanfte Hügel über, dazwischen Flüsse, Buschland und weite Savannen. Schon kurz nach der Einfahrt in den Park entdecken wir den ersten Elefanten – einen grossen Bullen. Obwohl ich bereits Elefanten gesehen habe, beeindruckt mich ihre Grösse jedes Mal aufs Neue mein Adrenalinspiegel steigt und meine Angst vor Elefanten ist sofort wieder präsent.

Kurze Zeit später folgt die nächste Begegnung. Nashörner. Ruhig grasen sie zwischen den Büschen. Ihre gewaltigen Körper wirken beinahe prähistorisch. Es ist ein besonderes Gefühl, diese Tiere in freier Wildbahn zu beobachten, wissend wie bedroht sie heute sind.



Die Könige der Savanne

Später am Tag entdecken wir Löwen. Zunächst nur eine Bewegung im hohen Gras. Dann erscheinen zwei grosse männliche Tiere mit ihren beeindruckenden Mähnen. Sie liegen im Schatten und ruhen sich von der Hitze des Tages aus. Ein Männchen hebt den Kopf und blickt in unsere Richtung. Sein Blick ist ruhig und selbstbewusst. Für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Ich bin einmal mehr beeindruckt. Hier draussen sind sie die Herrscher dieser Landschaft.



Die Kraft der Büffel

Zwischen all den berühmten Tieren Afrikas werden Büffel oft unterschätzt. Zu Unrecht. Als wir auf eine grössere Herde treffen, wird sofort klar, warum sie zu den Big Five gehören. Die Tiere wirken massiv, kraftvoll und gleichzeitig unberechenbar. Ein alter Bulle steht etwas abseits. Seine Hörner tragen die Spuren vieler Jahre. Er beobachtet uns aufmerksam, bevor er langsam wieder zu seiner Herde zurückkehrt. Eine stille, aber beeindruckende Begegnung.



iSimangaliso – Wo die Wildnis ans Meer grenzt

Das iSimangaliso Wetland Park Gebiet wirkt völlig anders als die Savannen des Hluhluwe-iMfolozi. Hier treffen Seen, Küstenwälder, Feuchtgebiete und Buschlandschaften aufeinander.



Hinter jeder Kurve verändert sich die Landschaft. Gerade diese Vielfalt macht das Gebiet so faszinierend. Und genau hier wartet eine meiner so vielen wunderschönen Begegnungen der Reise.


Der Leopard

Wir fahren bereits seit einiger Zeit durch das Reservat, als unser Guide plötzlich langsamer wird. «There’s a leopard!» Ruft er. Wir sehen ihn sofort.

Sein Körper ist perfekt an die Umgebung angepasst. Erst beim zweiten Blick erkennen wir allerdings wie gross und schön das Tier ist. Die elegante Körperhaltung und der wachsame Blick machen ihn unverwechselbar. Er läuft gemächlich vor uns die Strasse entlang, hält immer mal wieder an, um zu uns zurückzublicken, aber viel wichtiger noch, um zu schnuppern und um sein Revier zu markieren. Somit wird auch schnell klar, dass es sich um ein junges Männchen handelt. Als er im Gebüsch verschwindet und wir schon dachten er sei weg, sehen wir ihn beim Durchfahren wie er uns immer noch beobachtet.



Für mich wird diese Begegnung zu einem der Höhepunkte der Reise.

Später sichten wir sogar noch einen Geparden. Ganz scheu hält er sich im dichten Gebüsch verborgen. Nur für einen kurzen Moment gelingt es uns, einen Blick auf ihn zu erhaschen, bevor er wieder zwischen den Zweigen verschwindet. Auch wenn die Sichtung nur kurz ist, beeindruckt uns die Eleganz und Anmut dieses seltenen Tieres.



Wenn die Sonne untergeht

Mit dem Abend verändert sich die Wildnis. Die Farben werden weicher, die Schatten länger. Tagsüber aktive Tiere verschwinden langsam, während die Bewohner der Nacht erwachen.

Genau jetzt beginnt die Nachtsafari.


Augen im Scheinwerferlicht

Die Dunkelheit verschluckt die Landschaft. Nur der Lichtkegel des Suchscheinwerfers wandert langsam über Büsche und Bäume. Jede Reflexion könnte ein Tier verraten. Plötzlich werden zwei leuchtende Augen auf einem Verkehrsschild sichtbar. Eine Eule. Regungslos sitzt sie dort und beobachtet die Umgebung. Nicht einmal der Kopf bewegt sich. Im Licht wirken ihre Augen fast übernatürlich.

Kurze Zeit später entdecken wir weitere nachtaktive Bewohner.



Die Welt der Chamäleons

Während viele Besucher nach großen Säugetieren suchen, faszinieren mich oft die kleinen Dinge. Unser Guide entdeckt ein Chamäleon in einem Busch direkt neben der Strasse. Ohne Hilfe hätten wir es niemals gesehen. Vorsichtig sitzt es auf einem Ast und hält sich mit seinen Greiffüßen fest. Seine Augen bewegen sich unabhängig voneinander und beobachten gleichzeitig die Umgebung. Im Licht der Taschenlampe leuchten die feinen Strukturen seiner Haut. Das Fotografieren wird aufgrund der Lichtverhältnisse zu einer Herausforderung, die wir aber gut meistern können.

Was für spannende Wesen und kleine Wunder der Evolution!



Afrika bleibt im Herzen

Als unser Besuch in St. Lucia zu Ende geht und bevor wir unseren Weg in Südafrika fortsetzen, denke ich an die vielen Begegnungen zurück.

An die Hippos von St. Lucia.

An die Elefanten und Nashörner von Hluhluwe-iMfolozi.

An die mächtigen Büffel und die ruhenden Löwen.

An den Leoparden der uns einen unvergesslichen Blick schenkt.

Und an die Eulen und Chamäleons der Nacht.

Südafrika hat mir gezeigt, warum Afrika für Naturfotografen so faszinierend ist.

Jeder Tag bringt neue Überraschungen.

Jeder Sonnenaufgang erzählt eine neue Geschichte.


Und manchmal beginnt das Abenteuer schon in einer kleinen Stadt, in der nachts Flusspferde durch die Strassen spazieren.




Fortsetzung folgt...



 

 
 
 

8 Kommentare


Andrea
vor 2 Tagen

Liebe Barbara

Welche schönen Bilder man hier von dir betrachten darf. Deine Erlebnisse zu lesen ist wirklich wie man dabei wäre.

Geniesse die Zeit des fotografieren.

Liebe Grüsse Andrea

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barbaravanbuerck
barbaravanbuerck
vor 2 Tagen
Antwort an

Danke liebe Andrea für das schöne Kompliment. Ich geniesse es jedes Mal, wenn ich am fotografieren bin. Das ist so ein guter Ausgleich und man ist draussen in der Natur. Was gibt es schöneres?!

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Karin
vor 6 Tagen

Toll geschrieben, man hat das Gefühl als wäre man dabei. Schöne Abenteuer Reise. Freu mich schon auf den zweiten Teil

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barbaravanbuerck
barbaravanbuerck
vor 6 Tagen
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Vielen herzlichen Dank. Es freut mich sehr, wenn ich dieses Gefühl mit meiner Geschichte vermitteln kann. Liebe Grüsse Barbara

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Stefan
21. Juni

Wunderschöne Fotos und wundervoll formulierte Texte liefern sich ein würdiges Duell. Beides lässt auch im nördlichen Europa wieder das so geliebte Afrika-Gefühl aufkommen, das durch deinen tollen ersten Afrika-Bericht entsteht. Glückwunsch und gerne mehr davon. Herzliche afrikanische Grüße aus Hamburg!

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barbaravanbuerck
barbaravanbuerck
22. Juni
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Vielen herzlichen Dank für das wunderschöne Feedback. Ich freue mich natürlich sehr darüber. Ganz besonders deshalb, weil du offensichtlich auch einen Bezug und Erinnerungen an Afrika hast. Es ist einfach traumhaft schön! Der zweite Teil wird dann noch ein wenig intensiver. Liebe Grüsse aus der Schweiz. Barbara

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Brigitte
21. Juni

So schöne Erlebnisse und fantastische Bilder. Ich bin schon auf den zweiten Teil gespannt.

Liebe Grüsse aus Hannover.


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barbaravanbuerck
barbaravanbuerck
21. Juni
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Vielen Dank für das schöne Feedback liebe Brigitte. Es wird definitiv noch spannend werden. Also dran bleiben.

Liebe Grüsse Barbara

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